Liebe Leserin, lieber Leser,

 

wie beginnt man damit eine Geschichte umzusetzen? Wie füllt man das leere Papier mit den ersten Wörtern? Wie bilden sich Charaktere und Situationen? Ich kann euch aus meiner Perspektive vermitteln, wie ich damit umgehe und wie sich bei mir alles entwickelt hat.

startup 593341 1280Um ehrlich zu sein hatte ich zu Beginn, als ich mit den Velvarya Chroniken begonnen hatte, keine Ahnung wohin mich der Weg führen würde. Zu jener Zeit hatte ich seit etlichen Wochen das Bedürfnis einfach loszulegen und zu schreiben. Sogar der Name meiner Buchreihe kam erst viel später sowie die Weltkarte. Am Anfang gab es nur ein paar Charaktere, die ich mir zuvor überlegt hatte. Das waren Stephan Jenkins und seine Kollegen Scott und Matt. Die Figuren des Fantasyteils existierten bereits. Für diese nutzte ich ein Onlinespiel um ihre Eigenschaften via Rollenspiel und Gameplay zu entwickeln.

Trotzdem fehlte mir noch das Konzept, welches sich beim Schreiben nach und nach selbst aufgebaut hatte. Ich war immer wieder überrascht wohin mich die Story trug und welche Situationen zwischen den Charakteren vor sich gingen. Erst nach einem Stapel Seiten hatte ich eine Vorstellung dessen, welche Ausmaße die Geschichte annehmen würde. Welche Richtung und vor allem welcher Kern entscheidend war. Man kann also sagen, dass sich nach und nach herausstellte was die Velvarya Chroniken wirklich sein würden. Ich habe aber relativ früh damit begonnen mir ein persönliches Lexikon anzulegen. Und ich würde jedem, der an einer größeren Buchreihe arbeitet genau das ans Herz legen. Sammelt die Informationen eurer Story und verpackt diese in einer Datei. Mit dem Fortlauf eurer Geschichte wächst der Berg an Informationen unaufhörlich und ihr werdet euch beim besten Willen nicht alles merken können. Fehlende oder vergessene Informationen werden sich auf Kosten der Geschichte bemerkbar machen. 

 

Hier meine 7 Tipps zur Umsetzung einer Geschichte

 

1. Inspiration

Dieser erste Schritt wird euch von Anfang bis Ende begleiten. Lasst euch inspirieren! Findet heraus worüber ihr schreiben möchtet. Was möchtet ihr der Welt mitteilen und in welche Richtung soll alles gehen? Alltägliche Situationen, die Natur selbst oder Eigenschaften von Menschen die ihr kennt können großartige Inspirationen sein. Vor allem bereits vorhandene Bücher, Filme oder Spiele tragen selbstverständlich dazu bei eure eigene Welt zu erschaffen. Nutzt diese großartigen Bausteine und lasst eure individuellen Merkmale mit einfließen.

 

2. Profile

Das erste was man meiner Meinung nach anlegen sollte sind Steckbriefe zu den Charakteren. Welche Namen ist passend? Wie sieht die Figur aus? Welche Kleidung trägt sie? Welche Eigenschaften hat sie? Was zeichnet sie aus und worin unterscheidet sie sich von anderen? Auch fortlaufende Entwicklungen sollten hier notiert werden sowie die Festlegung des Protagonisten. Gebt euren Figuren Bild und Persönlichkeit, die im Lauf eures Werkes zur Geltung kommen. Kleine Stichpunkte zu den Beziehungen sind ebenso wichtig. Wie stehen sie zueinander? Weshalb lieben oder hassen sie sich? Hier können auch kleinere Texte zur Vorgeschichte helfen, die ihr im späteren Verlauf mit einfließen lassen könnt.

 

3. Bühnen

Schon zu Beginn eurer Geschichte gibt es einen Ort, an dem die Story stattfindet. Ich kann an dieser Stelle nur empfehlen sich die Einzelheiten zu notieren. Es könnte z.B. die Eigenschaft eines Stadtteils sein oder eines Gebäudes. Was zeichnet diesen Ort aus? Welches Wetter herrscht aktuell dort? Beschreibung vom Kontrast. Ist es dort düster oder liebevoll? Welche Zeit bzw. welches Zeitalter? Ihr könnt noch unzählige Einzelheiten mit einfügen. Ich persönlich würde das aber nicht übertreiben, denn es soll euch nur als Orientierung dienen.

 

4. Ziele

Sich einzelne Ziele zu setzen ist wichtig. Wohin soll meine Geschichte führen? Welche Message soll sie in sich tragen? Welche Entwicklungen werden sich ergeben? Plottwist? Geeignete Cliffhanger? In meiner Geschichte hatte ich mir einzelne Ziele notiert, wohin die Geschichte als nächstes münden sollte. Das große Finale der Reihe kam jedoch erst später. Dennoch ist es sehr hilfreich, sich Wegpunkte zu markieren um die Story voranzutreiben. So lassen sich einzelne Schritte leichter abarbeiten.

 

5. Flow

Zwischen den Wegpunkten läuft die Gestaltung eures Werkes ab. Hier kann natürlich alles mögliche passieren. Charaktere entwickeln sich, Wendungen kündigen sich an oder man driftet kurz von der Hauptstory ab um dem Leser z.B. einen Charakter näher zu bringen. Wie bei einem guten Song die Instrumente und die Stimme miteinander harmonieren, so muss auch eine Geschichte in ihren "Flow" kommen. Um das richtige Maß von den einzelnen Bereichen zu bekommen ist es ratsam mit einem kompetenten Partner zusammenzuarbeiten. Die Arbeit mit einem guten Lektorat wird eure Geschichte den richtigen Schliff geben. Diese Menschen sind durch ihre langjährige Erfahrung und Ausbildung darauf geschult zu sehen, was in euer Werk gehört und was nicht. Sie haben das Händchen für die Stellschrauben um alles so geschmeidig wie möglich zu gestalten.

 

6. Standbild

Wenn ihr eine Pause einlegt, dann ist es äußerst hilfreich die letzte Szene einfrieren zu lassen. So als würdet ihr einen Film pausieren und ihn später weitersehen. Je nachdem wie lang ihr mit dem Schreiben aussetzt, könnten wichtige Informationen verloren gehen. Der Leser soll natürlich von eurem Break nichts mitbekommen. Das ist auch ein wichtiger Punkt zum Thema "Flow". Wer oder wieviele meiner Charaktere sind in der aktuellen Szene dabei? So vermeidet ihr eine Figur zu vergessen. Welche Emotionen bzw. welche Stimmung herrschen derzeit? Wenn ihr z.b. eine traurige Szene spielt und eine Schreibpause einlegt wird es sicher nicht von Vorteil sein, wenn ihr mit lustiger Stimmung das nächste mal weiterschreibt. Notiert euch wichtige Details. Was haben meine Figuren vor? Was wird in der nächsten Szene passieren? Was ist der nächste Wegpunkt? Auch hier mögliche Wendungen vorab aufschreiben. Während des Breaks werdet ihr möglicherweise Eingebungen bekommen und ich kann nur empfehlen, die auch aufzuschreiben. Nichts ärgert mehr wie eine gute Idee, die verloren geht. 

 

7. Breaks

Als Leser soll man natürlich nichts davon mitbekommen, weil das dem Flow schaden würde. Aber ich bin mir sicher, dass es auch bekannten Schriftstellern so geht. Es ist menschlich und gehört dazu, dass die Quellen der Inspirationen irgendwann erschöpft sind. Genau wie der Fortlauf eurer Geschichte sind Pausen wichtig. Ihr dürft kein schlechtes Gewissen haben, wenn ihr ein paar Tage nicht weiterschreibt. Die letzte Szene ist notiert, die Steckbriefe sind aktuell und die nächsten Wegpunkte sind klar. Ich habe es selbst am eigenen Leib erfahren wie wichtig das ist. Schreibblockaden gibt es nun mal und wenn ihr inmitten einer solchen seid, wird es nicht weitergehen. Egal wie ihr euch verkopft, es wird nicht funktionieren. Gönnt euch eine Pause und konzentriert euch auf euer Leben. Bei mir war es Musik, die mir den Ausgleich verschafft hat und bei euch kann es was völlig anderes sein. 

 

Diese Tipps helfen mir persönlich sehr um eine Struktur in meine Arbeit zu bringen. Es ist wichtig eine Vorstellung dessen zu haben, was man vor hat. Aber genauso wichtig ist es sich keinen Stress zu machen und stets Spaß daran zu haben. Schreiben ist ein schöpferischer Akt um seinem Inneren Ausdruck zu verleihen und ich bin äußerst dankbar dafür, dies mit euch teilen zu dürfen.

Diese Tipps dürfen gerne geteilt werden und ich hoffe, dass sie euch weiterhelfen.

 

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein wundervolles Wochenende!

 

Liebe Grüße

~ Chris Vay 

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