Bei ihrem Anblick wollte Jenkins seinen Augen nicht trauen. Doch blieb keine Zeit zu staunen, denn es galt rasch zu handeln.
So befreite er ihren Körper von Schnee und Eis. Sprach zu ihr. Suchte nach Personalien und nahm das halb erfrorene Mädchen bei der Hand. Sein Auto parkte nicht weit entfernt von der Lichtung. Statt sie jedoch als hilflos aufgefundene Person der Polizei zu melden, führte er die scheinbar verwirrte junge Frau in die Klinik. Stumm und fast bewegungslos verbrachte sie zwei Tage im oberen Bereich hinter Gittern. Zur Sicherheit, bis jemand in Erfahrung bringen würde, wer sie war. Nur sprach das Mädchen nicht – und die Prüfung der aktuellen landesweiten Vermisstenanzeigen gaben keinen Aufschluss.
Nach weiteren zwei Tagen machte Jenkins eine seltsame Entdeckung. Die mysteriöse junge Frau saß zwar noch immer in dem Raum, aber Teile der Stahlgitter präsentierten sich auf einmal gebrochen und verbogen. Aufgrund dieses merkwürdigen Ereignisses verbrachte Stephan sie in den Zellentrakt des Kellers. Als Matt und Scott von dem seltsamen Vorkommnis erfuhren, entwickelte sich die Sache immer schwieriger, denn nun versuchte auch Matt mehr über die eigenartige Fremde herauszufinden.
Eigentlich wollte er nur mit ihr sprechen. Doch als er sich ihr auf etwa einen Meter Abstand genähert hatte, durchfuhr ihn eine höchst eigenartige Empfindung – und der Boden vibrierte leicht. Ein Leuchten in ihrem sichtbaren Auge war alles, was er noch wahrnahm. Dann lag er bewusstlos vor der gegenüberliegenden Wand. Wenige Augenblicke später entdeckte Jenkins fassungslos seinen zusammengesackten Kollegen. Er befasste sich gerade mit Analysearbeiten, als er den dumpfen Schlag vernahm. Und dieses Mädchen saß in der Ecke der Zelle. Ruhig und mit auf die Zellentür gerichteter Konzentration.
Matt blickte nun fragend seinen Kollegen Jenkins an.
»Ich weiß auch nicht, was wir tun sollten. Sag du es mir, Stephan! Du hast das zerstörte Gitter doch gesehen. Zehn Millimeter Stahlgitter!«
»Wir wissen gar nichts über den tatsächlichen Ablauf, Matt.« »Und was ist mit der Aktion, als ich mich einfach nur zu ihr setzen wollte? Ja Stephan, die Kleine ist mir auch unheimlich. Außerdem bin ich der Meinung, dass sie niemals hätte hierher gelangen dürfen. Wir haben uns um andere Sachen zu kümmern.«
»Hätte ich sie etwa erfrieren lassen sollen?«